Sonntag, 7. Oktober 2012

b11ck wird (etwas) politisch...

Sehr geehrte Frau Hochuli


Beinahe täglich fahre ich an Ihren Wahlplakaten vorbei. Die gefährlich in alle Richtungen zeigenden Pfähle erinnern mich doch sehr an die Gruselgeschichten aus Vampirromanen. An Politik mag ich dabei nicht denken. Gut, ich bin ein Ausländer in der Schweiz und darf nicht wählen, insofern ist meine Meinung für Sie irrelevant, aber ich frage trotzdem, was ist der Sinn? Ich kann mir nicht denken, dass Sie sich so als besonders wehrhaft darstellen müssen.

Wollen sie damit Wahlplakatschänder abschrecken? Auch dies fände ich sehr gewagt. Mir liegen keine repräsentativen Untersuchungen über Wahlschänder vor, aber sind das nicht doch relativ häufig Dumme-Jungen-Streiche von mehr oder weniger angetrunkenen Jugendlichen? Was, wenn sich wirklich jemand dabei verletzt? Wäre es das wirklich wert?

Auch stehen Ihre Plakate häufig in der Nähe von Strassen. Mag selten passieren, aber stellen Sie sich vor ein Zweiradfahrer weicht einem entgegenkommenden Auto aus und verliert die Kontrolle über sein Fahrzeug? Wäre es das wirklich wert?

Bissige Plakate bin ich eher von anderer Seite gewöhnt. Dürfte ich wählen, würde mich dieses Plakat alleine schon von einer Stimme für Sie abhalten.

Update 1:

Tatsächlich hat mir Frau Hochuli auf die gleiche Anfrage via Facebook fast sofort geantworter:

Sehr geehrter Herr Schlageter, die Ihnen gefährlich vorkommenden Pfähle sind Heureiter oder Heinzen, die früher den Bauern dazu gedient haben, das Heu fertig zu trocknen. Sie haben also rein gar nichts mit Vampirromanen zu tun, sondern mit der traditionellen Landwirtschaft der Schweiz. Sie sehen, es geht auch nicht darum, mich wehrhaft darzustellen. Von mir stehen im ganzen Kanton nur 60 solcher Plakate an den Strassen, nur wenige (im Bezirk Rheinfelden) sind so originell mit Heinzen aufgestellt. Es zeigt meine Verbundenheit mit der Landwirtschaft. Widmen wir uns doch den tatsächlichen Herausforderungen im Kanton. Freundliche Grüsse, Susanne Hochuli

Die schnelle Reaktion ehrt Frau Hochuli. Da ich selber ein bekennendes "Landei" aus dem Schwarzwald mit Verwandschaft am Hochrhein bin und so etwas noch nie am Strassenrand gesehen habe, dürfte ich wahrscheinlich nicht der einzige Grübler sein.

Update 2:

Eine kurze Google Bildersuche offenbart eine Vielzahl an diversesten Heureiter-Formen, manche Formen sind auch noch an alten Schwarzwaldhöfen zu sehen. Tatsächlich gibt es auch ein Bild mit dem "aargauischen" Heureiter. Ich finde es aber nach wie vor unnötig riskant, schräg nach oben stehende Pfähle auch noch anzuspitzen.

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