Donnerstag, 1. September 2011

Hyper-V - Eine noch etwas lose Sammlung rund um das Thema Hyper-V, Failover Cluster und High Avaibility

Dieser Artikel ist zum Teil eine Zusammenfassung aus dem administrator sonderheft II/2009 "Virtualisierung"









 

Beschäftigt man sich mit speziellen Features von Hyper-V, so sollte man immer darauf achten, dass man sich mit den Quellen für die richtige Version befasst. Unter 2008 ("R1") war noch einiges anders wie unter R2.

 
Netzwerkkarten
Mehere sollten verwendet werden jeweils für:
  • Management der Parentpartition (=Host)
  • Kommunikation mit den VM
  • Datenverkehr der Live Migration
  • Evtl. weitere für ISCSI
Die Verwendung des Livemigration Netzwerkes kann man im Clustermanager festlegen unter dem Tab "Netzwerk für Livemigration"


Videocast zum Thema



Beispielsetup Netzwerk:

Festplatten
  • IDE-Festplatten: max. 4 an 2 Controllern
  • SCSI funktionieren nur mit Integration Services
    • 64 Disk pro Controller 
    • Bis 256 pro VM
  • Virtuelle Maschinen können nur von IDE booten
  • Weitere Festplatten können SCSI basierend sein
  • Eine virtuelle HDD kann max 2 TB gross sein (Pass Through Disk noch grösser)
Empfehlung
  • Für jede Partition eine eigene VHD verwenden
  • Möglichst fixed Size setzen
  • Die VHD mit der C-partition wird auf eine IDE Disk gehängt
  • Alle weiteren VHD werden an SCSI Controller gebunden
  • Für Anforderungen mit hoher IO eventuell Pass Through Disk verwenden
Native Verwaltung
  •  Hyper-V Manager
  • Failover Cluster Manager
Clustering / Live Migration

Live Migraion ist seit R2 verfügbar. Voraussetzung sind Cluster Shared Volumes (CSV).
  • Es ermöglicht neben der Ablage mehrerer VM auf eine LUN auch den Zugriff mehrerer Cluster Knoten auf eine LUN.
  • Maximal 16 Knoten
  • Nur zwischen den Knoten können VM via Live Migration verschoben werden
Live Migation kann entweder über SCVMM 2008 R2 oder über den Failover Cluster Manager angestossen werden.

Live Migration setzt identische CPU voraus - Abhilfe schafft der Processor Compatibility Mode. Aber auch hier sind unterschiedliche CPUs des leichen Herstellers nötig. Processor Compatibility Mode ist einzel einschaltbar pro VM.



Clusternodes müssen Domänenmitglieder sein.


Stolperfallen:
  • Die Netzwerknamen auf allen Hyper-V Nodes müssen identisch lauten.

  • Erst CSV einrichten, dann vorhandene LUNS als CSV einbinden, dann VMs erstellen (siehe unten)
  • Funktioniert Live Migration nicht, Quick Migration versuchen.

Snapshots
Snapshots sollten nur so kurz wie möglich aktiviert werden.
Diese landen bei normaler Konfiguration im selben Ordner (also auf dem gleichen LUN) wie die VM.
Integration Services
Integration Services bieten neben Treibern für bessere Performance der Gast-Betriebssysteme:
  • Remote Shutdown des Gastes
  • Zeit-Synchronisierung
  • Host kann erkennen, ob das Gast-Betriebssystem aktiv ist (Heartbeat)
  • Kann der Gast VSS, so kann darüber der Parent (Host) die VM sichern

Hyper-V Tool  (Remote Server Administration Tools)
Mit den Hyper-V Tools lassen sich VMs auch von anderen Servern oder Clients aus fernsteuern.

Download für Windows 7 (Installationsanleitung beachten!). Die Installation auf  ältere Versionen als Windows 7 werden nicht mehr unterstützt.

System Center Virtual Machine Manager (SCVMM)
Dies ist ein kostenpflichtiges Tool, was die Verwaltung weiter vereinfacht und zusätzliche Funktionen bietet, wie z.B. die Konvertierung von physikalischen (P2V) oder VMware-Servern (V2V). Es benötigt eine SQL-Datenbank. Relativ günstig ist die Workgroup Edtition (ca. 600 CHF), mit der man 5 phsyikalische Hosts verwalten kann.

Backup
Backup via Volume Shadow Service bzw. Windows Server Backup.
Unterstützt das Gast-Betriebssystem VSS, so kann darüber der Gast gesichert werden. Hierzu muss auf den Hyper-V Servern SCVMM installiert sein. Dies funktioniert jedoch nicht mit Pass Through Disks. Bei Clustern empfiehlt sich nach wie vor die konservative File-Backup-Methode.

Virtualisierung vorhandener Server
Will man jetzt vorhandene Server virtualisieren, dann sollte man zum einen die Auslastung beobachten, aber auch untersuchen, ob eventuell Peripherie angeschlossen ist (Scanner, Bandlaufwerke...)

Ebenfalls sollten Anbieter von Spezialsoftware kontaktiert werden, um die Virtualisierungsmöglichkeit (und den späteren Support) abzuklären.

Auswahl der Lizenzen
Die Windows Server 2008 R2 Standard Edition bietet grundsätzlich keine Failoverfunktionalität (Quick bzw. Livemigration).

Der Microsoft Hyper-V Server 2008 R2 ist gratis, basiert technisch auf der Enterprise-Edition, bietet jedoch keine graphische Oberfläche  und keine zusätzlichen Lizenzen für Guests.

Cluster Shared Volumes und warum Sie für Hyper-V so wichtig sind
Bei der ersten Version von Hyper-V war die Failover Migrationsfähigkeit noch sehr eingeschränkt. Es wurden einfach nur komplette LUNs von einer Clusternode zu anderen geschwenkt. Daher war es erforderlich, dass pro LUN nur eine VM angelegt wurde. Hat man trotzdem mehrere auf einer LUN abgelegt, wurdenbeim Failover einer der Maschinen immer alle anderen mit migriert und es hagelte Fehlermeldungen.

Mit der R2 Version hat sich das geändert, man darf allerdings nicht vergessen CSVs (Cluster Shared Volumes oder zu deutsch "Freigegebene Clustervolumes")  auch im Failover Cluste Manager zu aktivieren.

http://www.server-talk.eu/2009/09/15/einblicke-in-cluster-shared-volume-csv/
http://blogs.msdn.com/b/clustering/archive/2009/02/19/9433146.aspx

 Nach der Aktivierung von CSVs (Cluster Shared Volumes oder zu deutsch "Freigegebene Clustervolumes") erscheint ein neuer Menüpunkt im Failovercluster-Manager. Jetzt können alle Volumes als Cluster Shared Volumes hinzugefügt werden. Erst dann dürfen VMS angeleget werden.
Auf jeder Node wird ein Ordner angelegt in der Form "%SystemDrive%\ClusterStorage\Volume…"
Dies ermöglicht einen einheitlichen Namespace für alle VMs bzw. Nodes.

Die Virtuellen Maschinen, die ISOs... werden dementsprechend unter "%SystemDrive%\ClusterStorage\Volume…" abgelegt.

Unterstützt werden von CSV die folgenden Dateitypen:
  • .vhd
  • .avhd
  • .vsv
  • .xml
  • .bin
  • .iso
  • .vfd
  • .exp
Hat man eine VM via Hyper-V Manger auf den Cluster migriert oder neu erstellt, ist sie noch nicht Hoch verfügbar. Dies kan man über den Assistent für hohe Verfügbarkeit konfiguriert werden:


Links "Dienste und Anwendungen" anklicken, rechts "Dienst oder Anwendung konfigurieren" anklicken.

Beim Kopieren von VHD-Dateien auf die Cluster-Datei sollte man weiterhin darauf achten, dass man vom Besitzer des jeweiligen Speichers aus kopiert, da ansonsten die Kopieraktion länge, in seltenen Fällen sogar fehlschlagen kann.



Workshop Live-Migration:
Aufbau einer Demo-Umgebung:

Virenscanner unter Hyper-V konfigurieren
http://www.server-talk.eu/2011/08/11/hyper-v-und-anti-virus-software-reloaded/#more-3872



Weitere Quellen, Infos:

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